The Underground Brigade
Um die Antwort auf die vermutlich drängendste Frage gleich vorweg zu nehmen: Ich lebe noch!
Eigentlich wollte ich ja relativ regelmäßig über mein Leben hier in Down Under berichten, aber es gab dann doch einige Gründe, warum ich - mal wieder - so lang nichts von mir hab hören lassen… Der euch ja bereits bekannte, und vermutlich gewichtigste Grund ist natürlich, dass ich ein fauler Sack bin, der sich bei der Auswahl zwischen Couch und Computer nur all zu oft für die Couch entscheidet. Allerdings ist das nicht der einzige Grund für mein Untertauchen in den letzten Tagen (Wochen?), denn zwei weitere Sachverhalte haben mich hier in Melbourne vom Bloggen ein wenig abgehalten:
1. Die Internetverbindung in meinem Apartment ist nicht nur schnurlos, und somit relativ instabil, sondern mit einem einzelnen Megabit auch noch grottenlangsam. Das in Kombination mit meiner traffic-lastigen Website hier und dem 4GB-Limit, dem meine Verbindung hier unterliegt, stellt natürlich einen Faulheit-begünstigenden Faktor dar.
2. Man kommt einfach nicht zum Bloggen, wenn man von 9.30 - 17.30 Uhr arbeitet und von 19 - 24 Uhr saufen is…täglich.
Aber fangen wir mal da an, wo ich zuletzt aufgehört hab:
Nachdem ich also hier in Melbourne angekommen war, hatte sich meine in Köln noch recht harmlose Erkältung in eine ausgewachsene Bronchitis verwandelt, Entzündung der oberen Atemwege und so, weshalb ich hier mal einen Arzt aufsuchte und auch gleich zwei Packungen Antibiotika verschrieben bekam, yay! Die ersten 4-5 Tage schien es mir auch mit Antibiotika nicht wirklich besser zu gehen, weshalb ich doch tatsächlich vom Cricket spielen auf unserer Dach-Terasse während der Arbeitszeit absah, denn es sind hier schließlich meist um die 10°C, was sich mit leichtem Fieber immernoch scheiße kalt anfühlt… Anyway, nachdem die erste Packung Antibiotika aufgebraucht war, fing es dann endlich an mir besser zu gehen. Zu erwähnen ist übrigens noch, dass ich mir zum Schlucken besagter Antibiotika-Kapseln noch extra eine spezielle Technik angeeignet habe…notgedrungen, denn diese Kapseln hatten - und das ist kein Scherz - originalgetreuen “Vomit Flavour”, sprich sobald man sie auch nur auf die Zunge legte, schmeckte es im ganz Mund als hätte man sich gerade eben übergeben. Deshalb habe ich mir so einen “Special Move” erarbeitet, bei dem ich diese ollen Tabletten quasi nahezu gleichzeitig in meinen Rachen werfe und irgendwas nachtrinke, sodass die gar nicht erst auf meiner Zunge landen… Aber ich schweife ab. *g*
Wie ihr ja alle wisst bin ich ein großer Fan der Kommunikationsplatform “Twitter“; schon allein deshalb, weil dort aktuell über 760 Leute freiwillig den ganzen Mist verfolgen, den ich so von mir gebe. Vor allem aber ist Twitter auch ein großartiges Tool um in einer fremden Stadt schnell neue Leute kennenzulernen, die genauso nerdy und Internet-besessen sind, wie man selbst. Von einem meiner treuen Gefolgsleute hier aus Melbourne wurde ich dann vor ein zwei Wochen (oder so) zu einem “MTUB” eingeladen. Das ist kurz für “Melbourne Twitter Underground Brigade” was der angemessen nerd-ische Name für ein Real-Life-Treffen einiger lokaler Twitterinos ist. Getroffen wurde sich in der FAD-Gallery-Bar (oder so), was eine Mischung aus Bar und Art Gallery ist. Wir waren ca. 20 Leute und es war wirklich ein netter Abend…

Gleichzeitig war es aber auch der Auftakt zu einem Trink-Marathon, denn bei diesem MTUB hab ich direkt auch einige nette Leute (lies: Mädels) kennengelernt, mit denen ich dann an den darauffolgenden Tagen öfter mal unterwegs war. Um genau zu sein war ich quasi an keinem Abend seitdem nicht irgendwie irgendwo was trinken. Zwischendurch hab ich dann auch endlich mal Frau Shoppingverse Sandra a.k.a. “Fudge” live kennengelernt und mich zu japanischem Bier und griechischem Essen überreden lassen, was erstaunlicher Weise gleich beides sehr lecker war. :)

Witziger Weise ist auch Thomas aktuell beruflich in Melbourne, ein Freund von mir, den ich damals (irgendwann) über die Fotocommunity kennengelernt habe, der ebenfalls aus Köln kommt, und mit dem ich zu Hause in Kölle schon das ein oder andere Mal auf Fototour war… Mit Thomas war ich entsprechend dann hier auch mal was trinken, in der Container-Bar “Section 8″, in der wir dann noch einen Deutschen kennengelernt haben, der Programmierer für die Fotocommunity ist, sprich für das Fotografie-Forum im Web, worüber Thomas und ich uns ja überhaupt kennen. Kleine Welt… :D
Zuletzt war ich dann am Abend der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele mit Thomas im Section 8 was trinken, bevor die Eröffnungsfeierlichkeiten im TV losgingen. Gegen Mitternacht (oder so) hab ich mich dann von der Bar auf den Heimweg gemacht um das Spektakel nicht zu verpassen und durfte dabei folgendes feststellen: Wenn man Antibiotika nimmt, so heißt es, soll man nicht übermäßig viel Alkohol trinken. Gut, ich hab auch nicht wirklich übermäßig viel getrunken. Allerdings scheinen die Antibiotika es dann doch als übermäßig viel aufzufassen, wenn man subjektiv nur mäßig viel trinkt, das aber jeden Abend… Entsprechend hab ich die Eröffnungszeremonie in Beijing wörtlich mit großen Augen bestaunt, und bin beim Einmarsch der Nationen auf der Couch im Wohnzimmer eingepennt. Entsprechend hab ich Australien als Vor-vor-letzte gerade verpasst bevor ich dann doch mal wieder wach wurde und mich irgendwie ins Schlafzimmer geschleppt hab.
Zum Glück fing am nächsten Tag gerade das Wochenende an. Den Samstag über hab ich quasi absolut nichts gemacht. Ich war einmal kurz beim 7eleven um Getränke zu holen - das ist übrigens ein Convinience Store, ein Konzept, das Deutschland ganz mächtig fehlt - ansonsten hab ich den Tag aber quasi komplett vor der Glotze verbracht und meinen Schädel verflucht. Es ist erstaunlich, was so ein Cocktail aus Antibiotika, Blutdruckmedikamenten, Bier und…Cocktails so anzurichten vermag, und das obwohl es wie gesagt eigentlich nicht wirklich viel war, was ich so getrunken hab…
Die nächste (also jetzt letzte) Woche hab ich dann versucht es was ruhiger angehen zu lassen…und bin gescheitert. Doch mindestens jeden zweiten Tag was trinken gewesen, menno. Immerhin war ich dann endlich auch mal mit der zweiten Packung dieser nach Kotze schmeckenden Dreckspillen fertig (sorry, aber ich hab die Dinger echt hassen gelernt) und es ging mir wieder blendend gut. Ihr merkt, ich spreche in der Vergangenheitsform… Aber dazu später mehr.

Montag war dann Soul Calibur Abend! Ich hab es irgendwie geschafft über einen kleinen Trick auch hier in Melbourne eine XBOX 360 in mein Apartment zu bekommen, damit ich endlich das langersehnte neue Lieblingsspiel Soul Calibur IV spielen konnte. Und ja, es ist genau so gut wie ich es mir erhofft hatte! Am Montagabend kamen dann auch gleich fünf Arbeitskollegen mit zu mir und wir haben ein kleines Tournier in diesem legendären Prügelspiel veranstaltet. Ich bin leider nur Zweiter geworden weil einer unserer Programmierer die “never change a winning button”-Technik für sich entdeckt hat, und solange alle Charaktere durchprobiert hat, bis er dann tatsächlich mal bei einer Lady angelangt war, die mit dem ständig gleichen Move scheinbar unbezwingbar ist. Welch Schande!
Den Rest der Woche hab ich unspektakulär in diversen Bars und Restaurants verbracht. Der Höhepunkt war dann vorgestern Abend (Samstag) ein erneutes Twitter-Treffen, das meine neuen lokalen Twitter-Freunde nur zu meiner Ehren einberufen hatten, welches dann auch treffen “AspharTUB” getauft wurde, und noch dazu eine Doctor Who Party in einem italienischen Restaurant war, WTF!? :) Wir waren also italienisch Essen im vermutlich einzigen Restaurant hier, das Tortellini Quattro Formaggi auf der Karte hat. Jeder hat irgendein Doctor Who Gimmick mitgebracht, weshalb dann schonmal der ein oder andere “Sonic Screwdriver” auf dem Tisch lag und von der Bedienung als vermutliches Sexspielzeug identifiziert wurde. Eine ganze neue Definition des Wortes “nerdy”. *g* Anschließend ging’s - wie soll’s auch anders sein - mal wieder in eine Bar. In die “The Lambs go Bar” um genau zu sein, was - sobald man das Wortspiel denn einmal verstanden hat - eigentlich ein ganz witziger Name für ‘ne Kneipe is… Zwischenzeitlich hat sich mein Husten wieder ein wenig zurückgeschlichen, und da ich bald wieder im klimatisierten Flieger nach Hause sitze, und nicht das Risiko eingehen will, dann in Köln doch wieder eine rasselnde Bronchitis auf der Brust zu haben, hab ich mir dann von meiner Ärztin hier nochmal Antibiotika verschreiben lassen, um dieses erneute Aufbäumen gleich wieder im Keim zu ersticken. Enstprechend erfolglos war dann auch mein Versuch in besagter Bar mit Antibiotika im Kreislauf nach dem Probieren neuer australischer Biere und altbekanntem Whisky-Cola noch Billard zu spielen. Wenn man die Kugeln nicht mehr scharf sehen kann, darf man ruhig mal behaupten, dass der Tisch schief ist, jawohl! Immerhin wurde ich netter Weise dann vom nüchtern gebliebenen neuen Twitter-Buddy Colin noch nach Hause gefahren, weil ich keine Ahnung hatte, wo ich eigentlich war…
Mittlerweile ist Sonntag seit ca. 30 Minuten vorbei, und am Mittwochabend geht mein Flieger Richtung Heimat. Heute war ich deshalb extra nochmal auf dem Rialto Tower um hoffentlich unglaublich beeindruckende Luftaufnahmen von der Stadt hier zu machen, da ich wegen des schlechten Wetters im Victorianischen Winter hier bisher nicht viel zum Fotografieren gekommen bin… Da ich hier aber eh nur mein langsames altes Notebook zur Verfügung habe, und meine 4GB Internet-Taschengeld ziemlich ausgereizt sein dürften, gibt es die tollen Fotos aber erst nächstes Wochenende zu sehen, wenn ich wieder in Deutschland bin, dem Land der 16MBit Flatrates, yeehaaa! :)
Bis dahin können alle Neugierigen gern mal einen Blick in mein Facebook-Profil werfen, wo es einige Fotos von den Bar-Besuchen mit meinen neuen Twitter-Freunden gibt. Und wer mich noch nicht zu seinen Facebook-Kontakten zählt, kann die Gelegenheit auch direkt mal nutzen um mich zu adden. ;)



























3 Kommentare
marathon-laufen » Blog Archive » Weltmeinung - Massenvernichtungswaffen aus Deutschland
Mittwoch, 20th August 2008 at 08:01
[...] ich die Engländer nicht um die Weltgemeinschaft gekümmert hätten, hätten sie die Inder einfach niedergemetzelt. Die Weltmeinung ist also nicht ganz unwichtig. Und wenn die Weltmeinung der Meinung ist Rauchen ist [...]
marathon-laufen » Blog Archive » Geräte - Bei der Mediengeneration nimmt die körpe…
Donnerstag, 21st August 2008 at 02:02
[...] marathon Gelenkprobleme(Von der Schulter bis zum Steißbein) waren > während meines regelmäßigen Joggens deutlich geringer. Jetzt im > Winter war ich faul und siehe da, die Probleme kehren zurück, jedoch > nicht so heftig wie zuvor. In Kürze werde ich wieder Joggen! Suum cuique… ich krieg nur dann manchmal Probleme in den Kniegelenken, wenn ich’s übertreibe mit dem Rumrennen (nach längerer Abstinenz zu schnell zu große Strecken wandern). Da wird jeder Organismus seine eigenen Bedürfnisse haben… > > und dann auch mental Schwierigkeiten kriegst, weil du > > dir nicht mehr wie gewohnt die Endorphine zuführen kannst, > > Hmmm. Den Einwand kannte ich noch nicht Auch, wenn ich aus eigener > Erfahrung gerne bestätige, dass man beim Joggen echte “Kicks” > bekommt, eine Gewöhnung oder gar Sucht halte ich für > (größtenteils)abwegig. Ist meines Wissens keine große Neuigkeit. Ein Kollege, der organisiert läuft, hin und wieder auch mal Marathon (der läuft die Strecken zum Warmwerden, die ich an einem guten Tag wandere), bestätigt das selber. Das geht in Zeiten, in denen er besonders viel läuft, bis hin zu körperlichen, dem Drogenentzug ähnlichen Turkey-Symptomen, sobald er dann mehrere Tage aussetzt. Der meint in dem Zusammenhang übrigens, wenn ich vom Rotwein spreche, erst Laufen und dann einen guten Rotwein trinken, das käme erst richtig gut… > Rauch mal ein “Gerät” und gehe dann laufen. Das bringt es! Hehe. Auf jeden Fall aber: Lieber Geräte rauchen als Geräteturnen! *bg* Cheers, d. d. [...]
meadow.sekhu.net - land of the rising moo
Mittwoch, 3rd September 2008 at 23:08
[...] a) kostenfreiheit und b) zeitnah wichtig ist, aber leider auch ein c) möglichkeit der Filterung durch den User …. Die Meisten Leute ersticken doch schon in Informationen … (meinereiner leider [...]
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