Wer anderen eine Grube gräbt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Handy-Schnappschüsse live von unterwegs...

 
 

Melbourne 2008 - Perfektes Timing Down Under

First Class TicketsSo, nun ist es endlich soweit. Ich sitze zu Hause weil ich krank bin und habe mich entschlossen zwischen zwei Fieber-Attacken endlich mal einen kleinen Reisebericht zu meinem kürzlichen Business-Trip nach Melbourne zu verfassen…

Mein Arbeitgeber hatte mir schon 2007 angekündigt, dass ich irgendwann um die Jahreswende herum mal nach Australien fliegen sollte, um dort in unserem Headquarter an einem Projekt mitzuarbeiten. Das exakte Datum für diesen Trip war lange Zeit ein Mysterium für mich, doch Mitte Januar erfuhr ich dann, wann es endlich soweit sein sollte: Mitte Januar.

Quasi von heute auf morgen kam der Ruf aus Down Under, aber final sollte dann doch der 21. Januar mein Abflugtermin werden, wodurch mir insgesamt ca. fünf Tage Zeit blieb, um Organisatorisches hier in Köln noch zu klären. Mit der Firma hatte ich vorher besprochen, dass ich es begrüßen würde, einen so langen Flug nicht unbedingt in der Economy Class zu verbringen, hatte aber nicht wirklich damit gerechnet, dass für mich dann gleich die First Class gebucht werden würde, weshalb ich doch sehr angenehm überrascht war, als ich meinen Reiseplan per E-Mail erhielt. Das Schöne an einem Flug mit Emirates in der First oder Business Class ist, dass der Flug quasi schon vor der eigenen Haustür beginnt. Man wird nämlich von einer eleganten Limo mit Chauffeur abgeholt und zum Flughafen gefahren, und entsprechend ebenso am Zielflughafen aufgelesen und zum Hotel chauffiert. Ein toller Service. Blöd nur, wenn man am nächsten Morgen schon fliegt und bis zum Abend immernoch keinen Hinweis bekommen hat, wann dieser Chauffeur denn bei einem aufkreuzen will. Nach ein paar Telefonaten mit Emirates erfuhr ich dann, dass zwar die Limo für mich bestellt wurde, aber noch keine Uhrzeit für die Abholung eingetragen worden war. Ich machte also eine Uhrzeit zwei Stunden vor dem Abflug aus, entschied mich später nochmal um und erklärte Emirates in einem letzten Gespräch, dass der Chauffeur doch bitte drei Stunden vor dem Abflug bei mir sein sollte, nämlich um 11:35 Uhr.

Mein Reiseplan sah folgende Flugroute vor: Abflug in Düsseldorf um 14:35 Uhr - 6 Stunden 20 Minuten Flug bis Dubai; Abflug von Dubai um 2:45 Uhr Ortszeit - 7 Stunden Flug nach Singapur; Abflug in Singapur um 15:15 Uhr Ortszeit - 7 Stunden 15 Minuten Flug nach Melbourne; Ankunft am Zielort um 1:30 Uhr Ortszeit. Das macht von Startflughafen bis Zielflughafen (inklusive Transfer-Zeiten) 26 Stunden Reisezeit, wenn man dann noch die Fahrten in der Limo nach Düsseldorf und zum Hotel in Melbourne mitrechnet war ich insgesamt ca. 27 Stunden und 30 Minuten unterwegs. Bei solchen langen Flügen ist natürlich auch die Thrombosegefahr recht hoch, zumal ich auch nicht gerade unbedingt all zu sportlich durchtrainiert bin, weshalb ich mir von meinem Arzt dann sicherheitshalber auch mal zwei Spritzen Heparin hab mitgeben lassen. Ich muss zugeben, auch wenn das nur ein kleiner Pieks ist von dem man nun mal wirklich so gar nichts spührt, war ich dennoch irgendwie gehemmt, mir selbst ‘ne Spritze reinzujagen, aber nachdem man das einmal gemacht hat, geht das eigentlich ganz gut. :) Man bekommt auch ganz schnell so ein richtiges Junkie-Feeling, wenn man so Luftbläschen aus der Spritze klopf und oben die ersten Tropfen aus der Kanüle spritzt… *g* Aber ich bleibe dann doch lieber Whisky und Bier als meine härtesten Drogen. ;)

Es verlief dann auch soweit alles recht reibungslos: Aufgestanden, geduscht, letzte Sachen eingepackt, Spritze gesetzt, runter, Limo stand schon da, rein, nach Düsseldorf, auf dem roten Teppich beim First Class Schalter eingecheckt - ohne Wartezeit versteht sich - in der Lounge noch mit Kuchen und anderem Knabberkram vollgeschlagen und dann ab in den Flieger und auf nach Dubai. Der Flughafen in Dubai war - wie vermutlich so ziemlich alles andere in Dubai auch - bemerkenswert. Die Duty-Free Area ist eine einzige riesige Shopping-Mal. Hier gibt es vor allem Gold. Ohne Ende Gold. Und es lohnt sich - wenn man denn auf sowas steht - seinen Goldschmuck im Dubai Airport zu kaufen, denn hier bezahlt man tatsächlich nur den reinen Materialwert zum aktuellen Tagespreis. Neben Schmuck gibt es eigentlich auch alles andere was man sich vorstellen kann dort zu kaufen. Sogar Autos. Und der ein oder andere Familenvater lief mit freudestrahlenden Kids und einer PlayStation3 unterm Arm durch die Gegend…

Auf dem Weg zur First Class Lounge in Dubai musste ich mich durch eine halbe Kleinstadt von Indern und Arabern kämpfen, die dort einfach im Flughafen verstreut auf dem Boden rumlagen und schliefen. Und bei 32 Gates kann so ein Weg bis zur Lounge ganz schön weit sein… In der Lounge angekommen musste ich natürlich erstmal die luxoriösen Sanitäranlagen aufsuchen. Schon schick aufgemacht, diese Emirates Lounge. Hab mir dann dort ein paar heiße Würstchen und Kartoffelzeugs gegönnt, während ich mit meinem Notebook kostenlos im Web surfen konnte, und via ICQ mal ein paar Leute daheim gegrüßt habe. Dank den bequemen Sesseln dort und der Plapperei mit meinen Freunden daheim, hätte ich dann auch beinahe meinen Anschlussflug verpasst. Wer hätte auch ahnen können, dass der “final call” für Boarding schon eine gute Stunde vor dem eigentlich Abflugzeitpunkt sein würde…?

Weiter ging’s also nach Singapur. Bisher war ich in einem Airbus A330-200 unterwegs gewesen, doch für die letzten zwei Drittel der Reise sollte ich es mir in einer Boeing 777 bequem machen dürfen. Und ich muss sagen: Ich mag Boeing doch deutlich(st) lieber! Ich glaub der A380 wäre wohl der einzige Airbus, den ich einer Boeing vorziehen würde, ansonsten find ich die nämlich deutlich schicker, was Ausstattungsmöglichkeiten und Flugverhalten angeht, auch wenn ich da natürlich nur aus Passagiersicht sprechen kann. Als ich in Singapur ankam waren es dort schon über 30°C. Dort hab ich auch zum ersten Mal seit Düsseldorf mal wieder die Kamera ausgepackt, was ihr in dem Abschlussvideo ganz unten zum Schluss sehen könnt. In Singapur war ich schon zu K.O. um da viel anzustellen, und hab deshalb nur brav beim Gate gewartet wieder in den Flieger zu dürfen.

Auf meiner letzten Reise-Etappe nach Melbourne hab ich mir erstmal sämtliche Folgen “Doctor Who” angesehen, die das Board-Unterhaltungssystem zu bieten hatte. Ich muss sagen, das Angebot war schon üppig: Jede Menge Filme, Fernsehserien, Videospiele (sogar multiplayer zwischen allen Fluggästen) und auch Audiobooks. Na ja, und Doctor Who kenne ich schließlich noch aus meiner Kindheit in den 80ern und 90ern und hab die Serie damals schon geliebt. Seit dem Flug bin ich jetzt auch wieder absoluter Fan der aktuellen Folgen der BBC. :) In Melbourne angekommen und durch den recht strengen Zoll durch, hab ich dann irgendwann auch meinen Koffer gefunden und bin zum Ausgang, wo dann ein freundlicher Herr im Anzug meinen Namen auf einem Schild trug und mich zur Limo begleitete. Natürlich - schlaftrunken wie ich mittlerweile war - wurde mir die Frage gestellt “So, you would like to drive?” als ich gewohnter Weise auf der rechten und somit falschen Seite des Autos einsteigen wollte. Linksverkehr ist eine fiese Sache, wenn man seit ca. 30 Stunden keinen Schlaf mehr hatte und dann zwischen jedem Beinahe-Einnicken hochschreckt, weil man erwartet, jeden Moment mit dem Gegenverkehr zu kollidieren… Gegen 2:45 Uhr nachts kam ich dann beim Melbourne Marriott Hotel an. Voller Tatendrang aber zu müde um es noch einen Schritte weiter als zum Bett zu schaffen. Weil ich jedoch morgen schon gegen 8 Uhr beim Büro aufkreuzen wollte, und außerdem vom Flug noch total dehydriert war, hab ich dann direkt erstmal noch einen Liter Wasser aus der Minibar runtergeschlungen und mich schlafen gelegt, um am nächsten Morgen - Cowboystyle - schon früh aufstehen zu können. Wer das schonmal gemacht hat, weiß wieso. ;)

So, der nächste Tag, 23. Januar, ein Mittwoch. Geweckt Cowboystyle statt vom Wecker bin ich um 7:30 Uhr auf den Beinen. Geduscht, Notebook untern Arm und ab zum Büro. Ich hatte einen Straßennamen und eine ungefähre Vorstellung wo ich mich befinde… Also bin ich einfach mal ein wenig durch die Straßen gelaufen, es gab schließlich genug Interessantes zu sehen. Schon allein die Straßennamen: Batman Avenue. WTF!? Ich sollte später erfahren, dass diese nach einem John Batman benannt wurde, nicht nach dem Fledermaus-Rächer. Ganz im Gegensatz zur AC/DC Lane, die tatsächlich nach der Band benannt wurde. :) Ich hab zwar einen GPS-Empfänger in meinem Nokia N95 und den auch im Vorfeld mit einer Australien-Karte gefüttert, aber da ich nie weit weg vom Yarra River war, fand ich die Straße zu meinem Büro auch ohne Navi zielsicher und ohne Probleme, denn ich hatte mir die Stadt ja vorher schonmal grob in Google Earth angesehen und wusste somit, wo alles wichtige liegt. So gehe ich also die Flinders Lane entlang auf der Suche nach dem Büro, und als ich an der richtige Hausnummer ankomme, ist dort eine Bar. WTF!? Ein wenig verdutzt stehe ich also vor der Büroadresse - dem Pub - und frage mich, wer mich hier wohl verarscht haben mag, als jemand meinen Namen ruft. Es war Kollege Richard, den ich zuvor nur von Fotos im Facebook kannte, aber dank prägnantem Gesicht doch direkt erkannte, der mir dann zeigte, dass direkt neben der Bar noch ein Bürogebäude mit DER GLEICHEN Hausenummer ist. WTF!? Jedenfalls war ich heil im Büro angekommen.

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich dann ausführlich über den aktuellen Stand und Ziel des Projektes gebrieft und gegen 18 Uhr war ich zurück im Hotel. Eigentlich wollte ich versuchen mein Jetlag auf direktem Wege loszuwerden, was mir aber nicht so ganz gelang, weshalb ich dann erstmal eine Mütze voll Schlaf nahm. Das führte dann dazu, dass ich gegen Mitternacht voller Tatendrang wach wurde. Also hab ich mir meine Kamera geschnappt, und bin ein bisschen durch die Stadt gewandert. Quasi die Batman Avenue lang. Von da aus über die Princess Bridge nach South Bank. Dabei ist dann auch dieses ganz ansehnliche Foto hier entstanden:

Moon Over Melbourne

Gegen 3 Uhr war ich dann wieder zurück beim Hotel und hab versucht noch ein wenig Schlaf zu finden. Am nächsten Tag wurde ich dann im Büro in das Geheimnis des Erfolges meiner Company eingeführt: Es wird mindestens zwei mal täglich auf dem Dach (Büro ist im 5. Stock mit Dachterasse) Cricket gespielt. Zwischendurch ein bisschen Bewegung und frische Luft hilft ungemein die Akkus während der Arbeitszeit mal wieder aufzuladen. Und ich muss sowieso sagen, dass ich generell von der Stimmung im Büro sehr begeistert war, und mir meine Arbeit dort eine Menge Spaß gemacht hat. Und wieviel Spaß wir beim “Rooftop Cricket” hatten, könnt ihr euch jetzt hier einmal selbst ansehen (geht aber erst bei 2:20 richtig los):

Wir haben im Board-Room einen kleinen Rechner mit Webcam aufgestellt, der (fast) rund um die Uhr unsere Cricket-Aktivitäten live ins Web überträgt, und das obige Video ist eine Aufzeichnung, aber ihr könnt auch gern über diesen Link immer mal reinschaun, ob unser Live-Sender gerade online ist, und den Cricket Sommer in Melbourne auf unserem Dach mitverfolgen. ;)

Die Arbeit selbst verlief großartig. Mitte der zweiten Woche wurde ich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, noch eine Woche länger zu bleiben, weil man mit mir so viel geschafft bekäme, und man das sehr begrüßen würde. Nun, sicher hatte ich Lust! :) Somit wurde mein Aufenthalt in Australien auf drei Wochen ausgeweitet, und ich muss sagen, ich hätte keine besseren drei Wochen für diesen Aufenthalt wählen können, denn irgendwie war genau zu der zeit wirklich so viel Interessantes los in Melbourne, dass mir gar nicht langweilig werden konnte! :)

Zu der Zeit als ich da war, fanden in der Rod Laver Arena gerade die Australian Open statt. Auch wenn ich nicht der total tennisbegeistertste Mensch bin, wollte ich mir das natürlich trotzdem mal angucken, ist schließlich nicht alle Tage um die Ecke. Eigentlich wollte ich mir dann auch die Women Finals in der RLA angesehen haben, doch leider hatte mich gerade an dem Tag dann doch mein Jetlag mal wieder eingeholt, und ich bin erst gegen 14 Uhr aufgewacht, und als ich dann bei der Arena ankam, waren die Ticketshops schon zu, und ich habe leider keinen Ground Pass mehr bekommen können. Also hab ich dann nur ein paar Fotos vom Gelände von außen gemacht, und mich wieder auf den Heimweg entlang des Yarra River gemacht.

Australian Open Rod Laver Arena Batman Avenue Federation Square Lord Of The Fries Icke Rose Melbourne Skyline The Yarra River

Ich bin dann zwischenzeitlich auch in ein anderes Hotel umgezogen, weil das Marriott doch zu weit weg vom Büro war, und mir liegt doch so viel an meinem kostbaren wenigen Schlaf… Somit residierte ich ab mitte der ersten Woche in Melbourne dann im Rendezvous Hotel auf der Flinders Street, keine fünf Minuten Fußweg vom Büro weg und direkt bei der berühmten Flinders Street Station, und mit großer Plasma-Glotze in jedem Zimmer. Auch war das hoteleigene Fitness-Studio direkt auf meiner Etage, weshalb ich das dann auch einfach mal trotzdem nicht besucht habe. :P Um meinem Äußeren aber dennoch etwas gutes zu tun, bin ich dann immerhin mal zum Friseur gelatscht und hab mir das Haupthaar etwas kürzen lassen. Das wiederum hatte dann zur Folge, dass ich, seit ich jetzt einen typisch melbournerischen Haarschnitt habe, ein wenig aussehe wie Jonathan Frakes a.k.a. Commander Riker aus Star Trek. Nu ja, immernoch besser als vorher, wie man ganz unten im Abschlussvideo dann doch recht deutlich sieht…

Eureka TowerNatürlich habe ich es mir auch nicht nehmen lassen auf die zwei höchsten Gebäude in Melbourne zu klettern, den ca. 300 m hohen Eureka Tower und den mit 250 m nur gering niedrigeren Rialto Tower. Der Rialto hat mir allerdings doch wesentlich besser gefallen, weil man dort als Fotograf viel mehr Möglichkeiten hat gute Bilder zu machen, da dort nicht überall alles von spigelndem Glas umzäunt ist, denn bei den vielen bunten Leuchtschriften im Eureka Tower vermag es auch ein guter Pol-Filter nicht mehr, die Reflexion aus dem Glas zu filtern. Außerdem ist die Aussicht vom Rialto Tower schon allein deswegen besser, weil man von dort aus auch das höhere Gebäude, den Eureka Tower, mit auf den Fotos haben kann. ;)

An meinem ersten Wochenende in Melbourne war dann mit dem Australia Day am Samstag auch direkt ein großer Feiertag, vergleichbar mit dem amerikanischen Independence Day, nur intelligenter. ;) Einige Mädels waren Dank des schönen Wetters und des Nationalfeiertags nur mit Bikini und australischer Flagge bekleidet, womit ich nochmal das ideale Timing für meinen Aufenthalt in Melbourne unterstreichen möchte. :)

Am Sonntag haben mich Kollege Richard und seine Frau mit ins Healesville Sanctuary genommen, einem Zoo in der Nähe von Melbourne. Endlich mal einheimische Tiere! Na ja, endlich ist nicht ganz richtig, denn bei meinem ersten nächtlichen Streifzug durch am Yarra River entlang, durfte ich schon einige Fruit Bats, auch Flying Foxes genannt, auf deutsch glaube ich Flughunde, sehen. Die sind nämlich da am Flußufer alles andere als selten, jedoch konnte ich sie im Zoo dann auch mal etwas genauer betrachten und der Höhepunkt meines Zoobesuchs war es dann, als ein Känguruh aus seinem Gehege kam, und mir einfach die Sunkist (Australisches Äquivalent zu Fanta) klaute, sich dafür aber auch dankbar von mir streicheln ließ…

Skippy Skippy Baby-Skippy Koala Koala Batman Dragonfly

Ich darf an dieser stelle einmal kurz anmerken, dass ich die Abkürzung vom Namen des Australischen Zoo-Freunde Clubs “Friends Of The Zoo” etwas unglücklich gewählt finde:

FOTZ

Am dritten Tag des Wochenendes (denn dank Feiertag war der Montag dann auch noch ein freier Tag - ideales Timing strikes again!) hab ich dann mal meine einheimischen Twitter Freunde gefragt, wo man denn in Melbourne ordentlich ins Kino gehen könne. Die Antwort lautete, dass der wohl luxoriöseste Filmgenuss, im Village Gold Class im Crown zu finden sei. Somit ging’s für mich dann am Sonntag ins Kino. Auf dem Weg zum Kino durfte am Himmel etwas erleben, von dem ich bis dahin immer geglaubt hatte, dass es das nur in Cartoons geben würde:

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Das Village Cinema (offensichtlich der Village Roadshow Pictures angehörig) befindet sich im Gebäude des großen Crown Casinos. Es ist vergleichsweise schweineteuer, aber dafür kriegt man auch wirklich etwas geboten: Man wird am Eingang abgeholt und zu seinem Platz geleitet, welcher mit einem riesiegen bequemen Sessel ausgestattet ist, mit ca. 2 m Abstand von anderen Sesseln und auf Knopfdruck sogar in die Horizontale bringbar, das eigene Luxusbett im Kino. Ein ausreichend großer Tisch bietet genug Platz für Fressalien, und sollten einem diese einmal ausgehen, kommt per Druck auf den kleinen roten Knopf am Tisch der persönliche Leibeigene herangeeilt um einem Knabbereien, Getränke oder gar Pizza zu bringen. Außerdem waren natürlich auch Bild- und Tonqualität in einem Ausmaß gut, das dem Kölner Cinedom das Fürchten lehren würde. *g* Angeguckt hab ich mir überigens Cloverfield, den neuen Film von LOST-Schöpfer J. J. Abrams. Ein perfektes Crossover zwischen Godzilla und Blair Witch Project. Für mich bisher DER Blockbuster des Jahres, um Längen besser als I Am Legend, aber das Jahr ist ja auch noch jung…

Village Gold Class

Mitte der zweiten Woche gab es dann ein Board Meeting, und ich lernte einen unserer Chairmen, Jeffrey Kennet kennen, der sich mir einfach mit einem Händedruck als Jeff vorstellte. Was mir erst im Nachhinein erklärt wurde: Jeff kennt in ganz Victoria - dem Staat in dem Melbourne liegt - eigentlich jeder Mensch, denn Jeff ist der ehemalige Premier von Victoria. Für alle, denen das nichts sagt: Der Regierungschef auf Landesebene ist der Premierminister. Also für ganz Australien. Dieses gibt es aber auch auf Staatsebene, und das sind die so genannten Premiers. Ist also quasi so, als ob ich Jürgen Rüttgers treffen würde, und der mir sagt “nenn mich einfach Onkel Jürgen, mein Junge”, nur halt cooler. *g* Wieder gutes Timing für meinen Aufenthalt.

Am Freitag meiner zweiten Woche in Melbourne ging’s dann mit der ganzen Firma zum MCG, dem Melbourne Cricket Ground, wo wir mit ca. 85.000 anderen Zuschauern im ausverkauften Stadion ein Twenty20 Match zwischen Australien und Indien gesehen haben. Trotz dieses grandiosen Erlebnisses und trotz des täglichen Rooftop Crickets im Büro, muss ich doch zugeben, dass ich vielleicht gerademal 40-50% der Cricket-Regeln verstanden habe. Dieses Spiel ist einfach viel zu kompliziert für Sportskanonen wie mich…

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Das aber wohl beste Indiz dafür, wie ideal mein Timing für meinen Aufenthalt in Melbourne war, zeigte sich am Wochenende darauf: Nichts ahnend verlasse ich an diesem sonnigen Samstag das Hotel und sehe auf einmal, dass die ganze Flinders Street abgesperrt ist und überall Filmproduktions-Trucks herumstehen. Nach kurzem herumfragen bei den Cops erfuhr ich dann, dass hier gerade eine Steven Spielberg und Tom Hanks Produktion gedreht würde, nämlich die Mini-Serie “The Pacific“, die wohl eine Art Fortsetzung zu der bekannten Mini-Serie “Band Of Brothers” sein soll. Und das direkt vor meinem Hotel. Nice! :)

The Pacific The Pacific The Pacific The Pacific

Was auch noch mein ideales Timing für meinen Trip nach Down Under unterstreicht, war, dass ich dort nicht einmal ganz allein war: In meiner zweiten Woche gesellte sich auch Narkosearzt und Foto-Kollege Thomas zu mir nach Melbourne, den ich noch von gemeinsamen Fototouren aus der Fotocommunity kenne, und der nun für ein Jahr in Melbourne kranke Leute in Morpheus’ Arme schickt, damit man in Ruhe an ihnen rumschnippeln kann. *g* Deshalb ging’s dann in meiner dritten Woche in “Oz”, wie die Australier ihren Kontinent zu nennen pflegen, natürlich auch direkt mal auf gemeinsame Fototour durch die Stadt.

Am Freitag der dritten Woche sollte es dann zurück in die Heimat gehen, was jedoch wegen Flugmöglichkeiten auf den Donnerstag vorverlegt wurde. Leider. Denn dank meinem idealen Timing war zufällig auch gerade ein Iron Maiden Konzert in Melbourne. Doch dank des nicht ganz so idealen Timings meiner Umbuchung, konnte ich mir das dann leider nicht mehr ansehen. Blimey.

Doch im Bezug auf Musikalisches hat Melbourne auch für Lau Interessantes zu bieten:

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Das ist der “Sonic Manipulator”, der mit bürgerlichem Namen Claude Woodward heißt und tatsächlich seinen gesamten Lebensunterhalt mit dem bestreiten kann, was er als Straßenkünstler mit seinen abgefahrenen Erfdindungen zur Soundmanipulation so verdient. Wer mehr über den Sonic Manipulator erfahren möchte, der klicke bitte hier.

Auch kulinarisch ist Down Under nicht zu verachten. es gibt recht ausgefallene Varianten bekannter Schokoriegel, wie etwa “Triple Chocolate Twix” oder “Mars Rocks” oder auch Sachen wie “Chicken Parmigiana“, was quasi ein Hähnchenschnitzeln überbacken mit Tomatensauce, Schinken und Mozzarella-Käse ist, und gute American Style - so nenn ich’s jetzt einfach mal - Pizza, bei “Pepperoni’s”, dem Pizzaladen, wo ich wohl noch am Häufigsten in meiner Melbourne-Zeit mein Abendessen geordert habe.

Schokoriegel Pepperoni’s Karte

Tja, wäre ich noch ein zwei Wochen länger dort gewesen, dann hätte ich sogar auch noch die Formel 1 mitbekommen, aber nu ja, Australian Open, Jeff Kennet getroffen, Foto-Kollege auch in Melbourne, Australia Day miterlebt und Spielberg-Produktion vor der Tür gehabt, das ist schließlich auch schonmal eine ganze Menge. :) Ich für meinen Teil freue mich unheimlich einmal in Down Under gewesen zu sein, und bewundere jeden, der sich den ganzen Mist hier tatsächlich von vorne bis hinten durchgelesen hat, und würde mich umso mehr über Kommentare freuen. Noch mehr Schnappschüsse aus Melbourne findet ihr zur Rechten bei einem Klick auf ein Bild aus der Fotostrecke. Die eher künstlerischen Fotos gibt wie immer auf amh-photography.de und auf meiner FC-Seite. So, ich hoffe ich konnte euch ein bisschen an meinem Spaß dort unten teilhaben lassen und verabschiede mich dann mit dem alles umfassenden, gigantisch tollen Abschlussvideo. Cheers!

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10 Kommentare

Intessante seite… wo arbeitest du? fährst du öfters nach australien?

Ich arbeite als Creative Director für ‘ne Firma die Mobile Community Services anbietet, also z.B. Chat oder Blog Systeme, aber alles im Mobile-Sektor, also für Handys und andere Handhelds.

In Australien war ich jetzt das erste Mal, hoffe aber, dort noch gaaanz viele Male hin zu dürfen. :)

Meine Firma hat ihren Hauptsitz in Melbourne und weitere Standorte hier in Köln, in San Francisco, London und Rio de Janeiro. Gibt also potentiell auch noch ein paar andere interessante Ziele für Geschäftsreisen für mich. :)

Und falls du dich wunderst, warum ich hier extra den Namen meiner Firma nicht nenne: Das mach ich nur deshalb nicht, weil ich weiß, dass mein Blog mittlerweile in Google-Suchergebnis ziemlich hoch oben gelistet wird, und da wäre sicher wer im Büro sauer, wenn auf einmal mein Blog das Top-Ergebnis für unseren Firmennamen wäre statt die Corporate Website. ;) Aber so viele mobile community provider gibt’s auch gar nicht auf der Welt. Einfach ein wenig googlen und gucken welcher davon aus Melbourne kommt, und dann hast du meinen Arbeitgeber gefunden. ;)

Cheers,
André

Whow, ich muss auch mal nach Australien. ;-)

[...] So war das damals… wrote an interesting post today on Melbourne 2008 - Perfektes Timing Down UnderHere’s a quick excerptSo, nun ist es endlich soweit. Ich sitze zu Hause weil ich krank bin und habe mich entschlossen zwis [...]

Ich bin von den Bildern sehr beeindruckt! Wow, kann ich da nur sagen. Bin mal auf das Tutorial bezüglich des aDRI gespannt.
LG aus Berlin
btw… Die Fotos habe ich nur aus einem Grund nicht kommentiert. Ich will mir deswegen keinen Account anlegen ;)

No fat chicks!…

Kollege Asphar hat mich beschenkt! Und zwar mit obigem Roadsign, das er mir aus Australien mitgebracht hat (vgl. Melbourne 2008) und beleibte Hühner diskriminiert. Vielen Dank dafür!
……

[...] Knapp 100 Beiträge sind hier seit dem 6. Mai 2007 erschienen. Dabei haben wir euch mitgenommen auf Reisen um die Welt, oder zurück durch die Zeit zu den Cartoon-Krachern der 80er bis hin zu den Anfängen des [...]

[...] das Land verlassen, weil es mich beruflich einmal mehr nach Melbourne, Australien verschlagen hat. Das letzte mal, Anfang des Jahres, war es besonders toll, weil wie da im verschneiten Köln grad tiefsten Winter [...]

Wow, von diesem Chauffeur-Service wusste ich noch gar nichts. Gibt’s den grundsätzlich immer bei allen Business- und First Class-Tickets?! Da würde sich ja vielleicht so eine Buchung auch privat schon das ein oder andere Mal rentieren. werde mich definitiv mal danach erkundigen. Das würde die reise ja schon um einiges entspannter gestalten.

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